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GeoBridge-Hilfe · Fortgeschritten

Fortgeschrittene Themen

Polygonfilter festlegen

Der Polygonfilter schneidet einen Import auf einen geometrisch definierten Bereich zu. Verfügbar bei DGM, CityGML und GeoShape; nicht bei DOP (das Orthofoto wird stets vollständig platziert).

Der Dialog Polygonfilter bietet fünf Quellen:

Quelle Wann sinnvoll
Kein Polygon (Standard) Vollständiger Import — keine räumliche Einschränkung
Bounding Box (manuell) Schnelle achsparallele Beschränkung; vier Min-/Max-Werte in Quell-CRS-Metern
Aus Detail- oder Modell-Linien (Multi-Auswahl) Polygon ist als Linienzug bereits in der aktiven Ansicht gezeichnet — Linien einzeln picken, Reihenfolge egal, Bögen werden tessellt
Aus Linienstil im Dokument Polygon ist mit einem dedizierten LineStyle markiert — automatisches Einsammeln aller Kurven dieses Stils und Verbinden zur Schleife
Aus GeoJSON-Datei Polygon liegt als GeoJSON vor (z. B. exportiert aus QGIS) — erster äußerer Ring wird verwendet

In der Free-Edition sind Polygone mit max. 4 Linien erlaubt; komplexere Polygone, der GeoJSON-Pfad und der Linienstil-Pfad sind Pro-only.

Polygon zuerst aus DOP zeichnen

Empfohlene Vorgehensweise für die Standardsituation:

  1. Erst DOP importieren — Orthofoto liefert visuellen Bezug.
  2. Im Lageplan eine geschlossene Detail-Linie um das interessante Gebiet zeichnen (Polygon, Pentagon, Trapez — beliebige geschlossene Polylinie).
  3. Beim DGM- und CityGML-Import den Polygon-Quellmodus „Aus Detail- oder Modell-Linien" wählen und den gerade gezeichneten Linienzug picken.

Vorteil: das Polygon ist visuell auf das Orthofoto gezeichnet und damit räumlich präzise. Beide Folge-Imports schneiden auf exakt denselben Bereich zu.

Konkave Polygone (DGM-Hinweis)

Konkave Polygone funktionieren beim Punkt-Filter zuverlässig (Punkte außerhalb werden zuverlässig entfernt). Revits Toposolid-Triangulation füllt jedoch konkave Einbuchtungen mit Geländedreiecken auf, sodass der äußere Umriss eines Toposolids konvex-Hülle-ähnlich wird. Workaround: konkaves Polygon in mehrere konvexe Teilstücke zerlegen und pro Teilstück einen separaten DGM-Import laufen lassen.

Persistenz

Das Polygon wird je Import gespeichert. Ein erneuter Import derselben Datei zum selben Polygon ist möglich, ohne den Picker erneut zu durchlaufen — das Polygon wird automatisch übernommen.

Re-Import

Ein zweiter Import einer bereits importierten Datei in dasselbe Projekt überschreibt nicht stillschweigend, sondern fragt:

  • Bestehende Daten ersetzen — die alten Elemente werden gelöscht und durch das aktuelle Ergebnis ersetzt. Pre-Fill der Dialoge greift auf die letzte Wahl zurück.
  • Trotzdem importieren — der zweite Import kommt zusätzlich neben dem ersten ins Projekt. Sinnvoll für Vergleichsstudien.
  • Abbrechen.

Re-Import übernimmt die Survey-Point-/Anker-Entscheidung des ersten Imports automatisch und fragt sie nicht erneut.

Drift-Erkennung (Pro)

Wenn zwischen zwei Imports der Survey Point manuell verschoben oder das Projekt gedreht wurde, erkennt GeoBridge die Abweichung beim nächsten Import und fragt nach. Die Toleranzen sind so eng gewählt, dass nur tatsächliche Eingriffe ausgelöst werden — minimale numerische Schwankungen werden ignoriert.

Survey-Point-Drift (Toleranz: 1 mm)

Dialog-Titel: Survey Point Drift erkannt.

Der Survey Point wurde seit dem letzten Geo-Import um 0,420 m verschoben. Bestehende Importe und dieser Import wären im Koordinatenrahmen versetzt.

Auswahl:

  • Survey Point zurücksetzen — SP springt auf den persistierten Stand vom letzten Import. Interne Element-Positionen ändern sich nicht, aber Bemaßungen relativ zum SP zeigen den alten Stand. Bestehende Geo-Importe kommen wieder zur Deckung mit diesem Import.
  • Trotzdem importieren — Drift bleibt bestehen. Bestehende Importe und dieser Import werden im Koordinatenrahmen versetzt erscheinen.
  • Abbrechen — Import wird nicht ausgeführt.

Winkel-Drift (Toleranz: 1e-6 rad ≈ 0,0000573°)

Dialog-Titel: Project-North-Rotation seit letztem Import erkannt.

Project North wurde seit dem letzten Geo-Import um 12,50° geändert.

Der Import wird mit der aktuellen Project-North-Drehung platziert — passt zu bestehenden Importen, wenn die Drehung über „Verwalten > Projektnorden drehen" erfolgte (Revit rotiert dabei alle Elemente mit).

Falls auf andere Weise gedreht wurde („Geografischen Norden drehen" oder direkter Edit am PBP-Winkelfeld), bitte abbrechen, Project North manuell zurückdrehen und den Import neu starten.

Auswahl:

  • Weiter mit aktuellem Project North — verwendet die Live-Drehung für die Transform; passt zum „Projektnorden-drehen"-Workflow.
  • Abbrechen — wenn die Drehung anders gemacht wurde, ist Abbrechen die richtige Wahl.

Empfohlener Workflow für Projektnord-Rotation

  1. Floor-Plan-Ansicht öffnen, View-Orientierung auf „Project North" stellen.
  2. Verwalten-Ribbon → Projektnorden drehen.
  3. Pivot-Punkt definieren oder Winkel eingeben.

Andere Wege (Geografischen Norden drehen, direkter Edit am PBP-Winkelfeld) führen zu Drift bei späteren Imports und werden vom Drift-Dialog ausschließlich mit „Abbrechen" beantwortbar.

Multi-Tile mit Edge-Merge (Pro, DGM)

Wenn benachbarte DGM-Kacheln in einem Lauf importiert werden (Mehrfach-Auswahl im Datei-Dialog), prüft Pro die gemeinsamen Tile-Kanten und gleicht identische Höhenwerte an, sodass das fertige Gelände keine Sichtbaren Nähte hat. Diese Erkennung berücksichtigt die jeweilige Rasterweite (DGM1 bis DGM50) und überschneidende Tile-Bereiche.

Free importiert Tiles unabhängig nebeneinander, ohne Edge-Merge — Sichtbare Nähte sind dann möglich, wenn benachbarte Tiles auf der Kante minimal abweichende Werte haben.

Event Manager (neu in 1.1)

Der Event Manager ist die zentrale Übersicht aller GeoBridge-Aktionen, die ein Projekt geprägt haben — Importe, Konventions-Festlegungen und Präfix-Umschaltungen. Er sitzt im GeoBridge-Ribbon als eigener Button und öffnet ein Tabellen-Fenster mit allen persistierten Events plus drei Zustands-bezogenen Aktionen oben.

Status-Zeile

Ganz oben zeigt der Event Manager die aktuelle UTM-Konvention des Projekts:

Status Bedeutung
kein Anker im Projekt Pristine — Survey Point noch nicht gesetzt, kein Datei-Import erfolgt.
noch nicht festgelegt Survey Point ist gesetzt (z. B. via „SP setzen"-Button), aber die UTM-Konvention wurde noch nicht deklariert. Wird beim ersten Datei-Import bestimmt oder explizit per „Konvention setzen…".
Zone N, mit/ohne Präfix Konvention ist verbindlich. Datei-Importe interpretieren Quell-Koordinaten in dieser Konvention.

Konvention setzen (Pro)

Aktiv genau dann, wenn der Status „noch nicht festgelegt" ist — typisch nach manuellem Setzen des Survey Points über den DOP-Ribbon-Button „SP setzen" ohne anschließenden Datei-Import.

Klick öffnet einen kleinen Picker: UTM-Zone (1–60, vorbefüllt aus der SP-Magnitude) plus Mit-/Ohne-Präfix (gleiche Heuristik). Eine Magnituden-Warnung schlägt an, wenn die Eingabe nicht zur SP-Position passt.

OK schreibt die Konvention als Event ins Projekt — ohne den Survey Point zu verschieben. Folgende Datei-Importe übernehmen die Konvention stillschweigend, der Präfix-Dialog wird übersprungen.

UTM-Präfix umschalten (Pro)

Aktiv genau dann, wenn die Konvention bereits festgelegt ist und alle Import-Events auf dieselbe UTM-Zone verweisen. Dreht das Projekt von „mit Präfix Zone N" auf „ohne Präfix Zone N" oder umgekehrt — verschiebt dabei den Survey Point um ±N Mio Meter (N = Zone), sodass alle bereits importierten Geometrien an Ort und Stelle bleiben (sie liegen jetzt nur in der anderen Konvention im Shared-Frame).

Vor dem Umschalten erscheint ein Vorher/Nachher-Bestätigungsdialog mit den konkreten SP-Koordinaten in beiden Konventionen. Wechseln zwischen Zonen (z. B. 32 → 33) ist nicht möglich, da das eine Helmert-Transformation erfordert; den Cross-Zone-Mismatch verhindert GeoBridge bereits bei jedem Import.

Der Knopf ist ausgegraut, wenn:

  • kein Import-Event vorhanden ist — es gibt nichts, dessen Konvention zu wechseln wäre. Erst importieren oder die Konvention via „Konvention setzen…" deklarieren.
  • die aktive Konvention nicht anwendbar ist — z. B. wenn der Anker ohne UTM-Zone gesetzt wurde. „Konvention setzen…" liefert die fehlende Zone nach.
  • die Import-Historie gemischte Zonen enthält — Tooltip zeigt „Gemischte Zonen". Tritt auf, wenn frühere Imports z. B. Zone 32 persistiert haben und ein späterer Import mit Zone 33 dazu kam (typisch: einmal im Präfix-Dialog versehentlich die falsche Zone bestätigt). Ein einfaches Umschalten wäre mehrdeutig — welche Zone zählt? GeoBridge verweigert die Operation, statt eine der beiden Zonen still zu überschreiben. Reparatur: die störenden Import-Events identifizieren (siehe Tabelle weiter unten — die Spalte „Zonen-Präfix" zeigt pro Event den Wert), den falschen Import löschen (Revit-seitig die Elemente entfernen) oder den Event-Datensatz manuell bereinigen lassen (Support).

Tabelle der Events

Jede Zeile = ein persistiertes Event. Spalten: Zeit, Typ (Import / TranslatePrefix / DeclarePrefix), Plugin, Quelldatei, Quell-EPSG, Präfix-Konvention zum Zeitpunkt des Events, Anker-Modus, SP-Shared-Koordinaten in Metern, PBP intern, Project-North-Winkel, Anzahl der zum Import gehörenden Elemente, Lebendzustand (Live / Orphan).

Orphan-Zeilen markieren Importe, deren Elemente manuell aus dem Projekt gelöscht wurden — der Event-Datensatz lebt weiter, die Geometrie ist weg. Nützlich für die Forensik, ob bestimmte Imports versehentlich verschwunden sind.

Diagnose-Logs (für Support)

Wenn ein Import unerwartet wegläuft oder die Geometrie an der falschen Stelle landet, schreibt GeoBridge einen Diagnose-Log nach %LOCALAPPDATA%\GeoBridge\diagnostics. Die Datei ist eine Klartext-Auflistung der wichtigsten Eingabe-Werte (SP-Shared, Source-EPSG, Pixel-Größe, Bounding-Box-Ecken, Project-North-Winkel etc.) und für die Support-Anfrage gedacht.

Bei einer Kontaktanfrage an support@lichtbus.de einfach den jüngsten relevanten Log mitschicken — beschleunigt die Diagnose erheblich. Die Logs enthalten keine persönlichen Daten und keine Geometrie-Inhalte; nur die Geo-Setup-Werte.

Fehler werden separat nach %LOCALAPPDATA%\GeoBridge\errors geschrieben (Stack-Trace + Kontext). Über das About-Dialog → „Support-ZIP exportieren" lassen sich beide Verzeichnisse als ZIP-Datei zusammenpacken.

Pristine-Rotation — Projekt-Norden vor Import drehen

Wenn das Revit-Projekt frisch ist (noch kein Anker), Project North aber bereits gedreht wurde („Verwalten → Projektnorden drehen"), erkennt GeoBridge das beim ersten Datei-Import und fragt nach. Hintergrund: ohne gesetzten Anker sitzt der Survey Point auf (0, 0, 0) — die Drehung hat keinen Bezugspunkt, sodass die importierte Geometrie in Plan-Norden- und Geo-Norden-Ansichten unterschiedlich erscheint.

Der Dialog Pre-Rotation erkannt bietet drei Wege:

  1. SP aus Quelle setzen + importieren — GeoBridge verankert den Survey Point an der SW-Ecke der Quelldatei, behält die aktuelle Project-North-Drehung und importiert dann normal weiter. Empfohlen für die meisten Fälle.
  2. Abbrechen — SP zuerst manuell setzen — schließt den Dialog und den Import. Du kannst dann im DOP-Ribbon „SP setzen" verwenden, um den Anker an einem eigenen Wunschpunkt zu setzen (z. B. einer Gebäudeecke oder einem Vermarkungsnagel), und den Import danach erneut starten. Empfohlen wenn das Modell um einen bestimmten Punkt rotieren soll, nicht um die SW-Ecke der Quelldatei.
  3. Abbrechen (Standard-Cancel-Button) — wie Option 2, aber ohne Hinweis auf den nächsten Schritt.

Für rotierte Pristine-Projekte empfiehlt sich Option 2 (SP setzen vorab), wenn der gewünschte Anker-Punkt nicht mit der SW-Ecke der ersten Datei zusammenfällt — typisch für architektonische Workflows, in denen das Projekt um eine Gebäudeachse oder einen Übergabepunkt herum gedreht ist.

DWG-Koordinationskörper

Empfohlener Workflow für die Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten, die DWG-Pläne liefern:

  1. Einmalig: GeoBridge importiert DOP/DGM/CityGML mit der Anker-Variante „Referenzpunkt", wobei der Referenzpunkt ein klar markierter realer Punkt ist (z. B. ein Vermarkungsnagel, eine Gebäudeecke, ein Schachtdeckel).
  2. Aus dem Revit-Modell wird ein „Koordinationskörper"-DWG mit diesem Punkt als Nullpunkt exportiert und an den Landschaftsarchitekten übergeben.
  3. Der Landschaftsarchitekt richtet seine AutoCAD-Geometrie auf den Koordinationskörper aus.
  4. Alle weiteren DWG-Lieferungen vom Landschaftsarchitekten lassen sich in Revit per „Auto — Origin to Origin" einbinden und passen ohne weitere Justage.

Der Koordinationskörper-Workflow funktioniert mit beiden Editionen.

Bestehenden Projekt-Anker übernehmen (Pro)

Der Gegenfall zum Koordinationskörper-Workflow: das Revit-Projekt kommt schon mit einem gesetzten Survey Point an. Typisch:

  • Masterfile vom Projektleiter mit korrekt georeferenziertem Koordinatensystem
  • IFC-Verbund eines Architekturbüros mit Geo-Referenz im Header
  • DWG-Übergabe vom Landschaftsarchitekten mit „Auto — Origin to Origin"-Verknüpfung, die den SP aus der Quell-DWG übernommen hat
  • Hand-getippter Survey Point von einer früheren Projektphase

In allen vier Fällen ist der SP korrekt — du willst ihn nicht überschreiben — aber GeoBridge kennt die UTM-Konvention dahinter nicht. Der erste GeoBridge-Datei-Import läuft deshalb in einen Fallback: er liest die Konvention heuristisch aus der SP-X-Magnitude (>999.999 m ⇒ „mit Präfix", sonst „ohne Präfix") und übernimmt sie. Bei reinen UTM-Projekten ist das mathematisch sauber, aber es bleibt eine Schätzung — keine dokumentierte Entscheidung.

Vorschlag: vor dem ersten Import den DOP-Ribbon-Button „SP setzen" klicken. GeoBridge erkennt den extern gesetzten SP und führt den Adopt-Pfad (siehe Grundlagen → Survey Point manuell vorab setzen) aus: ein Präfix-Dialog fragt die Konvention einmalig ab, die Antwort wird als synthetischer Import-Datensatz persistiert. Der Survey Point bleibt unangetastet. Folge-Importe sehen ab jetzt eine dokumentierte Konvention und überspringen die Heuristik.

Nach dem Adopt steht zusätzlich der Event-Manager-Knopf „UTM-Präfix umschalten…" zur Verfügung — wichtig zum Beispiel bei Versorger-Workflows, wo der Masterfile-SP mit Präfix codiert ist (32663250), die eigene Modellierung aber in Standard-UTM ohne Präfix (663250) laufen soll. Ein einzelner Flip verschiebt den Survey Point um ±N Mio Meter und stellt die ganze Projekt-Konvention um.

Praxis-Round-Trip (USER-validiert 2026-05-15):

  1. Projekt öffnen — SP kommt aus DWG-Verbund mit 32 663 250 / 5 651 500 (UTM-32 mit Präfix).
  2. SP setzen klicken → Adopt-Pfad → PrefixDialog → „mit Präfix Zone 32" bestätigen → synthetischer Datensatz geschrieben.
  3. 4× DOP, 4× DGM, CityGML importieren — alle inheriten Zone 32, mit Präfix.
  4. Event Manager → UTM-Präfix umschalten… → „mit Präfix" wechselt zu „ohne Präfix Zone 32" → Vorher/Nachher-Dialog bestätigen → SP springt auf 663 250 / 5 651 500, alle Geometrie bleibt visuell an Ort und Stelle.
  5. Weitere Imports laufen ab jetzt im „ohne Präfix"-Konvention.