Geländemodell importieren (DGM)
Was importiert wird
Ein Höhenraster wird zu einem Toposolid (Revit-3D-Gelände) verarbeitet. Das Toposolid lässt sich zur Geländedarstellung, Höhenstudie, Schnittberechnung und als Auflage für DGM-bezogene Beton- oder Wegebau-Modelle nutzen.
Akzeptierte Quellformate
- GeoTIFF DEM (
.tif,.tiff) — der amtliche Standard. Ein Kanal mit 16- oder 32-Bit-Höhenwerten je Pixel. - XYZ-Punktdatei (
.xyz,.txt) — ASCII-Datei mit drei numerischen Spalten je Zeile. Trennzeichen Leerzeichen, Tab oder Semikolon werden automatisch erkannt. (In der Free-Edition sind XYZ-Punktlisten nicht verfügbar — bitte ein GeoTIFF wählen.)
Übliche Rasterweiten in Deutschland: DGM1 (1 m), DGM5 (5 m), DGM10 (10 m), bis DGM50 (50 m).
Aufbau einer Geoportal-Datei
AdV-konforme Filenames folgen dem Schema:
dgm{Rasterweite in m}_{UTM-Zone}_{East-LL in km}_{North-LL in km}_{Tile-Größe in km}_{Bundesland}_{Aufnahmejahr}.tif
Beispiel:
dgm1_32_662_5650_1_th_2020-2025.tif
└──┘└┘ └─┘ └──┘ └┘ └┘ └───────┘
DGM1 Z32 East North 1km TH Aufnahme
(Thüringen)
Begleitdateien je Tile:
.tif— GeoTIFF mit Höhenraster (oder.xyzals Alternative ohne CRS-Header).meta— AdV-Metadaten in Klartext (Datenherkunft, Genauigkeit, Aufnahmedatum), nicht ausgewertet
Aus dem GeoTIFF werden gelesen: das Koordinatenreferenzsystem (GeoKey-Tag oder beigelegte .prj), die Cell-Size (Pixel-Größe in Welt-Metern), die PixelIsPoint/PixelIsArea-Konvention, und der Höhenwert pro Pixel inklusive No-Data-Markierung (NaN).
Workflow
- Vorbereitung — DGM-Tile aus dem Geoportal herunterladen.
- Klick auf „DGM" im Ribbon.
- Datei wählen — Dateiauswahl, gefiltert auf akzeptierte Formate.
- Georeferenzierung-Dialog — siehe Vor dem ersten Import. Beim ersten Import wird der Survey Point gesetzt, bei späteren übernommen.
- Polygonfilter (optional) — siehe Polygonfilter festlegen. Default „Kein Polygon" importiert das gesamte Tile. Mit Polygon werden nur Punkte innerhalb des Polygonbereichs verwendet.
- Aufbereitung wählen — Glättung und Auflösung; siehe nächster Abschnitt.
- Ergebnis — Toposolid wird erstellt; TaskDialog meldet Stützpunkte, Dreiecke und Quelldatei.
Aufbereitung — Glättung und Auflösung
Der Dialog Geländemodell — Aufbereitung hat zwei voneinander unabhängige Achsen, mit Live-Schätzung der resultierenden Dreieckszahl pro Option:
Glättung — wie ruhig sieht das Gelände aus?
Höhendaten enthalten kleines Messrauschen (typisch ±10 cm), das im Toposolid als „wackelige" Dreiecke sichtbar wird. Die Glättung mittelt jeden Höhenwert mit seinen Nachbarn — Gelände wird sanfter, kleine Details verschwimmen. Die Punktzahl bleibt gleich, nur die Z-Werte werden geglättet.
| Stufe | Wirkung |
|---|---|
| Original (keine Glättung) | Originaldaten 1:1 |
| Leicht (Standard) | 3×3 Gauß σ=0,5 — Messrauschen weg, Geländeform bleibt scharf |
| Mittel | 5×5 Gauß σ=1,0 — kleine Senken/Hügel verschwimmen, große Form bleibt |
| Stark | 9×9 Gauß σ=2,0 — sehr glatt, nur die großen Geländeformen sichtbar |
Auflösung — wie viele Dreiecke im Modell?
Bestimmt, wie viele der Roh-Punkte ins Toposolid übernommen werden — also wie fein die Dreiecke werden. Mehr Dreiecke = mehr Detail, aber Revit reagiert träger (besonders beim Drehen großer Tiles). Die Auflösung wirkt als Stride-Decimation: jeder N-te Punkt wird übernommen.
| Stufe | Stride | Wirkung |
|---|---|---|
| Original | 1 (alle Punkte) | Kann Revit ausbremsen, höchste Detailtreue |
| Sehr fein | 2 | Hohe Detailtiefe |
| Fein (Standard) | 3 | Guter Kompromiss |
| Standard | 5 | Schnell, gut für Übersicht |
Die getroffene Wahl wird im ImportRecord persistiert und vom Ribbon-Button Mesh-Qualität… wieder geöffnet — die Geometrie wird mit den neuen Werten neu erzeugt, ohne die Quelldatei erneut einzulesen.
In der Free-Edition wird die Aufbereitungs-Wahl nicht gefragt; es gilt fest Leicht + Standard.
Mehrere Tiles importieren (Pro)
Pro nimmt eine Mehrfach-Auswahl im Datei-Dialog entgegen und baut alle gewählten Tiles in einem Lauf. Pro berechnet zusätzlich an benachbarten Tile-Kanten einen Edge-Merge: identische Höhenwerte an gemeinsamen Kanten werden so zusammengeführt, dass das fertige Gelände ohne sichtbare Naht zwischen Tiles wirkt. Free importiert pro Klick ein Tile; mehrere Tiles erscheinen ohne Edge-Merge nebeneinander.
Konkave Polygone
Wenn ein konkaves Polygon (mit Einbuchtung) als Clip benutzt wird, entfernt GeoBridge zwar zuverlässig alle Punkte außerhalb. Revit's eigene Toposolid-Triangulation überbrückt die Einbuchtung jedoch und erzeugt eine konvexe-Hülle-ähnliche Außenkante. Workaround: das konkave Polygon in zwei oder mehrere konvexe Teilstücke aufteilen und pro Teilstück einen separaten DGM-Import laufen lassen.
Pro vs. Free für DGM
| Feature | Free | Pro |
|---|---|---|
GeoTIFF-DEM (.tif/.tiff) |
✓ | ✓ |
XYZ-Punktliste (.xyz/.txt) |
— | ✓ |
| Polygonfilter | ✓ | ✓ |
| Aufbereitung (Glättung + Auflösung) wählen | — | ✓ |
| Multi-Tile in einem Lauf | — | ✓ |
| Edge-Merge an Tile-Kanten | — | ✓ |
| CRS-Reprojektion | — | ✓ |
| Drift-Erkennung beim Re-Import | — | ✓ |
Hinweise
- „Form geändert"-Warnung — diese Revit-Warnung kann beim Toposolid-Bau erscheinen und ist harmlos. GeoBridge unterdrückt sie, falls sie vereinzelt auftaucht.
- PixelIsPoint vs PixelIsArea — manche GeoTIFF-DGMs sind Pixel-als-Punkt geschrieben (Cell-Center liegt auf der Koordinate), andere als Pixel-als-Fläche (Koordinate ist Zell-Ecke). GeoBridge erkennt beides automatisch; bei einer Diskrepanz mit anderen Datenquellen lässt sich das per Augenschein im Lageplan vergleichen.
- Sehr feine Raster — DGM1 (1 m) bei großen Tiles erzeugt schnell mehrere Millionen Roh-Punkte. Mesh-Qualität „Niedrig" ist hier sinnvoll oder vorab in QGIS auf das Polygon zuschneiden.