Vor dem ersten Import
Datenquellen
GeoBridge importiert keine Daten aus dem Internet — alle Quelldaten liegen als Datei vor. Die typischen Bezugsquellen für Deutschland:
| Datenart | Beispielquellen |
|---|---|
| Orthofoto (DOP) | Geoportal des Bundeslandes (z. B. Thüringen geoportal.thueringen.de, Bayern geodaten.bayern.de, NRW geobasis.nrw.de), Bund geodatenzentrum.de |
| Geländemodell (DGM) | dieselben Geoportale; üblich sind DGM1 (1 m) bis DGM50 (50 m) |
| Stadtmodell (CityGML) | dieselben Geoportale; AdV-Standard, LoD1/LoD2 |
| Vektorgeometrie (GeoShape) | ALKIS-Liegenschaftskataster, OpenStreetMap-Exporte, eigene QGIS/FME-Exporte |
Für einen ersten Test ohne eigenen Datensatz sind kostenlose Beispieldaten aus Thüringen auf Anfrage erhältlich — siehe Hilfe & Support.
Was Revit unter „Georeferenzierung" versteht
Revit kennt drei Ankerpunkte:
- Internal Origin (IO) — der unverrückbare interne Nullpunkt der Datei.
- Project Base Point (PBP) — der nutzerseitig sichtbare Projekt-Nullpunkt. Liegt standardmäßig auf IO, kann aber verschoben werden.
- Survey Point (SP) — der georeferenzierte Anker. Trägt reale Welt-Koordinaten und verbindet das Modell mit einem Koordinatenreferenzsystem.
Beim ersten Import schreibt GeoBridge den Survey Point. Bei jedem weiteren Import docken die neuen Daten automatisch an den bestehenden Survey Point an, ohne nachzufragen. So passen DOP, DGM und CityGML deckungsgleich übereinander.
Was passiert beim ersten Import?
Der Import-Dialog zeigt vier Abschnitte:
- Quell-CRS — der EPSG-Code des Koordinatenreferenzsystems der Quelldatei. GeoBridge liest ihn aus der Datei oder fragt nach.
- UTM-Konvention — siehe nächster Abschnitt; betrifft nur ETRS89/UTM-Daten.
- Anker-Variante — wo soll der Survey Point liegen?
- Vorschau — zeigt die berechneten Koordinaten und den resultierenden Import-Offset.
Anker-Varianten
Im Georeferenzierungs-Dialog werden zwei Varianten zur Auswahl angeboten. Eine dritte Variante — die Wiederverwendung eines bereits gesetzten Ankers — wird automatisch erkannt und nicht als Auswahl angezeigt.
Standard
SW-Ecke, auf 1 m gerundet, am Revit-Ursprung.
Empfehlung für ein frisches Revit-Projekt ohne externe Vorgaben. GeoBridge nimmt die südwestliche Ecke der Daten-Bounding Box, rundet auf ganze Meter und setzt den Survey Point auf diesen gerundeten Punkt. Das Modell beginnt nahe dem Internal Origin (≤ 1 m Versatz), die Survey-Point-Koordinaten sind ganzzahlig und gut kommunizierbar.
Referenzpunkt
UTM-Quellpunkt landet am Revit-Ursprung; PBP wird auf den Zielpunkt gesetzt.
Empfehlung wenn ein Landschaftsarchitekt eine DWG-Vorlage geliefert hat, deren Nullpunkt ein bestimmter realer Punkt ist (Koordinationskörper-Workflow). Die realen UTM-Koordinaten dieses Quellpunktes werden eingegeben, GeoBridge richtet den Survey Point so aus, dass dieser Punkt bei 0/0/0 im Revit-Projekt liegt. Alle weiteren DWG-Imports von diesem Landschaftsarchitekten passen dann ohne weitere Justage.
Bestehender Koordinatenrahmen (automatisch)
Wird automatisch erkannt, sobald entweder der Survey Point bereits gesetzt ist oder ein vorheriger GeoBridge-Import einen Datensatz im Projekt hinterlegt hat. Statt des vollen Anker-Dialogs erscheint nur ein kurzer Hinweis:
Das Projekt trägt bereits einen Survey Point mit Shared Coordinates. Der Import wird in den bestehenden Koordinatenrahmen eingefügt.
Im Summary erscheint der Anker als „Bestehender Koordinatenrahmen übernommen". Eine explizite Neufestlegung ist über den Menüpunkt „Georeferenzierung überschreiben" möglich — nur in Sonderfällen nötig.
UTM-Konvention — der 32-Millionen-Effekt
In Deutschland ist das ETRS89/UTM-System der Standard. UTM-Zone 32 deckt fast ganz Deutschland ab, Zone 33 den Osten. Die offizielle East-Koordinate eines Punktes in Zone 32 lautet z. B. 456789,123 m. Manche Vermessungswerkzeuge (besonders ältere CAD-Workflows) schreiben jedoch die Zone als Präfix in die Zahl: 32456789,123 m.
Beide Schreibweisen sind im Umlauf. Eine Datei mit Präfix wirkt für GeoBridge so, als läge der Punkt 32 Millionen Meter östlich. Wenn der Präfix nicht erkannt wird, landet das Modell als „32-Millionen-Meter-Versatz vom Projektursprung" — ein klassisches Stolper-Symptom.
GeoBridge fragt deshalb explizit nach der UTM-Konvention dieses Revit-Projekts:
CRS: EPSG:25832 (ETRS89 UTM Zone 32N) Erste X-Koordinate der Datei:
32456789,123 mWelche UTM-Konvention nutzt dieses Revit-Projekt? [ Ohne Präfix (Standard-UTM) ] [ Mit Zonenpräfix 32 ]
„Ohne Präfix" entspricht der gängigen Geoportal-UTM-Konvention. „Mit Zonenpräfix" ist sinnvoll, wenn eine DWG der Landschaftsarchitektur mit vorangestellter Zonennummer per „Auto — nach gemeinsamen Koordinaten" platziert werden soll und die Koordinaten übereinstimmen müssen.
Die Antwort wird im Projekt gespeichert; weitere Imports übernehmen sie automatisch. In der Free-Edition gilt fest „Ohne Präfix" — für DWG-Coexistenz-Workflows ist Pro nötig.
Eigenes Koordinatensystem für das Projekt? (Pro)
Wenn die Quelldatei in einem anderen CRS vorliegt als das Projekt — typisch eine GeoJSON-Datei in WGS84 (Lon/Lat) für ein Projekt in UTM-32 — reprojiziert die Pro-Edition automatisch. Der Quell-CRS wird aus der Datei gelesen oder bei Mehrdeutigkeit gefragt; GeoBridge transformiert die Koordinaten ins Projekt-CRS, bevor der Anker-Schritt läuft.
Free verweigert den Import bei abweichendem CRS und verweist auf QGIS oder ogr2ogr zur manuellen Vor-Reprojektion.